Digitale Produkte: Was sind sie, lohnt sich der Verkauf und wo werden sie gekauft?
Digitale Produkte spielen im Internet eine immer größere Rolle. Im Gegensatz zu klassischen Waren werden sie nicht als Paket verschickt, sondern elektronisch bereitgestellt und können häufig direkt nach dem Kauf heruntergeladen oder online genutzt werden. Für Käufer bedeutet das einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu den gewünschten Inhalten. Für Anbieter wiederum ergeben sich interessante Möglichkeiten, mit einmal erstellten Produkten langfristig Einnahmen zu erzielen.
Ob E-Book, Online-Kurs, Software, Vorlage, Grafik, Musikdatei oder digitales Lernmaterial – die Auswahl an digitalen Produkten ist inzwischen sehr groß. Gleichzeitig ist der Einstieg für viele Anbieter vergleichsweise einfach. Es wird kein Lager benötigt und auch Versand, Verpackung oder der physische Transport entfallen. Doch was genau sind digitale Produkte, lohnt sich deren Verkauf tatsächlich und welche Ideen eignen sich besonders für den Einstieg?
Was sind digitale Produkte?
Digitale Produkte sind Waren oder Inhalte, die ausschließlich in digitaler Form existieren und über das Internet verkauft beziehungsweise bereitgestellt werden. Der Käufer erhält normalerweise keinen physischen Gegenstand, sondern beispielsweise eine Datei, einen Zugang zu einer Plattform oder eine Lizenz zur Nutzung einer Software.
Zu den bekanntesten digitalen Produkten gehören E-Books und digitale Ratgeber. Sie können zu nahezu jedem Thema erstellt werden – von Ernährung und Reisen über persönliche Weiterentwicklung bis hin zu Technik, Finanzen oder beruflicher Weiterbildung. Ein weiterer großer Bereich sind Online-Kurse und Videokurse, bei denen Wissen in Form von Videos, Präsentationen, Arbeitsblättern oder Lernmodulen vermittelt wird.
Ebenfalls sehr gefragt sind digitale Vorlagen. Dazu gehören beispielsweise Excel-Tabellen, Haushaltsplaner, Kalender, Bewerbungsunterlagen, Präsentationsvorlagen, Checklisten oder Vorlagen für soziale Medien. Auch Grafiker können digitale Produkte anbieten, beispielsweise Logos, Icons, Illustrationen, Schriftarten, Fotos oder Designvorlagen.
Darüber hinaus gibt es Software, Apps, Plugins, Themes, Presets für Bildbearbeitungsprogramme, Audio-Dateien, Musik, Hörbücher und digitale Lernmaterialien. Selbst sogenannte Printables gehören dazu. Dabei handelt es sich beispielsweise um Kalender oder Arbeitsblätter, die der Käufer als PDF erhält und anschließend selbst ausdrucken kann.
Ein wichtiger Vorteil digitaler Produkte besteht darin, dass sie nach der Erstellung beliebig oft verkauft werden können. Ein E-Book muss beispielsweise nicht für jeden einzelnen Kunden neu produziert werden. Der Anbieter erstellt es einmal und kann anschließend zahlreiche digitale Kopien verkaufen.
Lohnt sich der Verkauf digitaler Produkte?
Grundsätzlich kann sich der Verkauf digitaler Produkte lohnen. Allerdings bedeutet ein digitales Produkt nicht automatisch ein passives Einkommen. Auch hier sind eine gute Produktidee, Qualität, Marketing und eine passende Zielgruppe entscheidend.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in den vergleichsweise niedrigen laufenden Kosten. Wer beispielsweise ein E-Book erstellt, muss normalerweise kein Lager finanzieren. Auch Verpackungs- und Versandkosten fallen nicht an. Nach dem Kauf kann das Produkt automatisiert ausgeliefert werden. Dadurch lässt sich ein digitaler Shop teilweise rund um die Uhr betreiben.
Interessant ist außerdem die Möglichkeit, mit einem Produkt verschiedene Zielgruppen anzusprechen. Ein umfangreicher Online-Kurs kann beispielsweise für mehrere hundert Euro verkauft werden, während ein einfacher Planer oder eine Checkliste nur wenige Euro kostet. Dadurch können Anbieter unterschiedliche Produkte und Preiskategorien entwickeln.
Besonders interessant wird das Geschäftsmodell, wenn mehrere Produkte miteinander kombiniert werden. Ein Anbieter könnte beispielsweise zunächst einen kostenlosen Ratgeber anbieten. Anschließend kann er einen umfangreicheren digitalen Leitfaden verkaufen und zusätzlich einen Online-Kurs oder passende Vorlagen anbieten. So entsteht Schritt für Schritt ein digitales Produktportfolio.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen. Der Markt für digitale Produkte ist inzwischen sehr groß. Ein Produkt einfach zu erstellen und online zu stellen, reicht deshalb meistens nicht aus. Entscheidend ist die Frage: Welches konkrete Problem löst das Produkt für den Kunden?
Je größer der praktische Nutzen ist, desto eher sind Kunden bereit, dafür Geld auszugeben. Ein einfacher Kalender kann beispielsweise wenig attraktiv sein, wenn es bereits tausende kostenlose Alternativen gibt. Ein speziell entwickelter Planer für eine bestimmte Zielgruppe kann dagegen deutlich interessanter sein.
Auch die Vermarktung darf nicht unterschätzt werden. Suchmaschinenoptimierung, Social Media, E-Mail-Marketing, Werbung oder Affiliate Marketing können dabei helfen, potenzielle Käufer zu erreichen. Wer eine eigene Website oder Community besitzt, hat dabei einen zusätzlichen Vorteil.
Ideen für digitale Produkte und wo sie gekauft werden
Die Möglichkeiten für digitale Produkte sind nahezu unbegrenzt. Besonders interessant sind Produkte, die Wissen vermitteln, Zeit sparen oder eine konkrete Aufgabe vereinfachen.
Eine Möglichkeit sind E-Books und Ratgeber. Wer über Fachwissen oder praktische Erfahrungen in einem bestimmten Bereich verfügt, kann dieses Wissen strukturiert aufbereiten und als digitalen Ratgeber verkaufen.
Sehr beliebt sind außerdem Online-Kurse. Sie eignen sich besonders für Themen, bei denen Kunden einen bestimmten Ablauf erlernen möchten. Beispiele sind Sprachkurse, Software-Schulungen, Marketing, Fotografie, Handwerk, Fitness oder berufliche Weiterbildung.
Eine weitere interessante Kategorie sind Vorlagen und Templates. Excel-Vorlagen, Finanzplaner, Social-Media-Vorlagen, Präsentationen, Bewerbungsunterlagen und Checklisten können Kunden viel Zeit ersparen. Auch für Unternehmen können solche Produkte interessant sein.
Für Kreative kommen Fotos, Grafiken, Illustrationen, Musik, Sounds und Designvorlagen infrage. Fotografen können beispielsweise Stockfotos anbieten, während Designer Vorlagen für Websites, Präsentationen oder soziale Netzwerke verkaufen können.
Digitale Produkte werden über verschiedene Plattformen und Online-Marktplätze gekauft. Dazu gehören beispielsweise Amazon Kindle für E-Books, Etsy für bestimmte digitale Vorlagen und Printables oder spezielle Plattformen für Online-Kurse und digitale Downloads. Auch Anbieter wie Digistore24 ermöglichen es, digitale Produkte über ein eigenes Verkaufs- und Affiliate-System anzubieten. Darüber hinaus können digitale Produkte direkt über die eigene Website verkauft werden.
Der Verkauf über die eigene Website bietet einen wichtigen Vorteil: Der Anbieter hat mehr Kontrolle über Präsentation, Preise und Kundenbeziehungen. Gleichzeitig muss er sich selbst um Reichweite, Marketing und technische Abläufe kümmern. Marktplätze bieten dagegen bereits eine vorhandene Infrastruktur und können den Einstieg erleichtern.
Wer mit digitalen Produkten beginnen möchte, sollte deshalb nicht versuchen, möglichst viele Produkte gleichzeitig zu erstellen. Sinnvoller ist es, zunächst eine konkrete Zielgruppe und ein konkretes Problem zu identifizieren. Anschließend kann ein Produkt entwickelt werden, das genau dieses Problem löst.
Fazit: Digitale Produkte bieten interessante Möglichkeiten für Selbstständige, Unternehmer und Nebenverdiener. Sie lassen sich ohne Lager und Versand verkaufen und können nach der Erstellung vielfach angeboten werden. Besonders erfolgversprechend sind Produkte mit einem klaren Nutzen und einer genau definierten Zielgruppe. Wer zusätzlich in Qualität und Marketing investiert, kann sich mit der Zeit ein eigenes digitales Produktgeschäft aufbauen.